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Anatomische Fakten Haut und Haar
- Aufbau des Haares
- Die Kopfhaut
Aufbau des Haares
Haare bestehen aus dem meist sichtbaren Haarschaft und der in der Kopfhaut befindlichen Haarwurzel. Was wir auf unseren Köpfen tragen, sind eigentlich nur abgestorbene Haarzellen. Genaugenommen kann man sie als lange, leblose
Keratinfäden beschreiben, die von spezialisierten Epidermiszellen (Matrixzellen) abgesondert werden.
Der Haarschaft besteht im Kern aus dem Haarmark (Medulla), das von der Rindenzone (Cortex) umhüllt ist. Auf der Außenseite besitzt jedes Haar eine Schuppenschicht (Cuticula), deren kleine Schüppchen wie Wiederhaken das Haar fest in der Kopfhaut halten.
Die verdeckte Haarwurzel zeigt in ihrem kegelförmigen Ende, dem sogenannten Bulbus (auch Haarfollikel genannt), eine nach innen gerichtete Einbuchtung (Haarpapille).
Dort befinden sich die für das Wachstum zuständigen
Matrixzellen, die von Bindegewebe mit feinsten Blutgefäßen und Nervenfasern umgeben sind. So werden die Zellen mit wichtigen Nährstoffen versorgen.
Als Gewebe mit schnellem Zellumsatz ist die Haarmatrix sehr empfindlich gegenüber jeglichen Störungen in Form von Körpfergiften, Arzneimitteln oder auch psychischen Faktoren. Das Haar ist tief in die Kopfhaut eingebettet. Dicht an der Stelle des Haaraustritts setzt der Haarbalgmuskel schräg an.
Er ist verantwortlich für das Empfinden, dass einem manchmal "die Haare zu Berge stehen" können. Im Winkel zwischen Oberhaut und Haarbalgmuskel befindet sich die wichtige Talgdrüse, deren Absonderungen die verhornten Haarzellen geschmeidig halten. Jedes einzelne Haar ist in drei Schichten ähnlich einem Pflanzenstengel gebildet.
Außen befindet sich die Hornschüppchenschicht, die Cuticula. Glänzedes, weiches Haar bedeutet, dass die winzigen Hornplättchen glatt anliegen. Bei Schädigung und Austrocknung stehen die Schüppchen ab und ein Haar verfängt sich im anderen. Der Effekt ist, dass die Haare stumpf und filzig erscheinen.
In der nächsten Schicht, der Haarrinde, befindet sich das Pigment
Melanin, dem wir unsere Haarfarbe zu verdanken haben. Die Rinde ist sehr elastisch und biegsam, wenn sie von der dritten Schicht im Kern jedes Haares, dem sogenannten Haarmark, ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird.
Haare bestehen zu 80 Prozent aus Eiweißen, zehn bis fünfzehn Prozent aus Wasser, fünf bis zehn Prozent Pigmenten und verschiedenen Mineralien und Lipiden.
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Die Kopfhaut
Das uns die Haar zu Berge stehen können, liegt an dem sensiblen Zusammenspiel zwischen Hautrezeptoren, Nervenbahnen und den kleinen Haarbalgmuskeln. Die Haut ist unser größtes, hochspezialisiertes Sinnesorgan (Haptischer Sinn - Tastsinn). In ihr befinden sich die Rezeptoren für Kälte und Wärme, Druck und Schmerz.
Die Rezeptoren
Der Druck-Rezeptor
Damit in unserem Gehirn, der körpereigenen Schaltzentrale, überhaupt das Signal "Vorsicht Druck!" ankommen kann, brauchen wir spezifische Druck-Rezeptoren.
Die sogenannten Vater-Pacini-Körperchen befinden sich in der Übergangsregion zwischen Leder- und Unterhaut. Sie sind empfänglich für jegliche druckhafte Formveränderungen der Haut und senden die Signale blitzschnell ans Gehirn weiter.
Der Tast-Rezeptor
Das Meissner Körperchen ist wabenartig und befindet sich gehäuft in der Zungenspitze und den Fingerkuppen. Es ermöglicht uns, feinste Berührungspunkte wahrzunehmen. Das Meissner Körperchen schickt die notwendigen Impulse zum Gehirn, aus denen unser Bild von Oberfläche und Ausdehnung eines Gegenständes konstruiert wird.
Der Kälte-Rezeptor
Das Krause-Körperchen reagiert auf niedrige Temperaturen und wird somit zum Kältemelder des menschlichen Organismus.
Sie befinden sich im oberen Bereich der Lederhaut.
Der Wärme-Rezeptor
Die blattartig geformten Ruffini-Körperchen hingegen sind nur empfänglich für Temperaturanstiege. Da der Mensch in der Regel mehr Kälterezeptoren (Krause-Körperchen) als die ehedem tiefer in der Lederhaut gelegenen Wärme-Körperchen (Ruffini-Körperchen) besitzt, reagieren wir wesentlich schneller auf Kälte als auf Wärme.
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